Geschichte

Mitte der 30er Jahre sollte am jetzigen Ro70-Standort eine Polizeikaserne plus Kfz-Park, Sportplatz, Turnhalle entstehen. Fertiggestellt wurden nur die drei Büro- und Unterkunftsgebäude in U-Form.

Modell des Kasernen-Bauvorhabens 1935 (Quelle: Stadtarchiv)

Nach Kriegsende wurden die Gebäude zunächst zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Die bisherige Harthstraße erhielt den Namen Eduard-Rosenthal-Straße. Der Jenaer Staatsrechtler Rosenthal gilt als der Vater der ersten Verfassung Thüringens (dessen Hauptstadt Weimar von 1919 bis 1953 war).

Die neue Militäradministratur drängte auf eine zivile Nutzung der Gebäude. Die Stadt Weimar entschloss sich zum Umbau in ein städtisches Krankenhaus. 1947 nahm die erste Abteilung des Hufeland-Krankenhauses ihre Arbeit auf, bis 1950 folgten weitere.

Eingangsbereich des Hufeland-Klinikums in der Rosenthalstrasse70 (Quelle: Stadtarchiv)

Das Krankenhaus bestand an diesem Standort bis 1998, ehe die nunmehr vereinigten Sophien- und Hufelandkliniken einen Neubau im Süden Weimars bezogen. Mehr als 15 Jahre blieb das Ensemble dann ungenutzt und verfiel allmählich.

Der Ostflügel im Zustand des Verfalls im April 2015

Aus der Transition-Town-Bewegung (Weimar im Wandel) entstand eine Bürgerinitiative mit dem Ziel, das brachliegende Objekt für Wohnzwecke umzunutzen.

Der erste Versuch, das Grundstück zu kaufen, scheiterte 2013. In einem zweiten Anlauf, nun als Genossenschaft, gelang es, die Vorgaben eines sogenannten Anhandgabeverfahrens zu erfüllen. Anfang 2016 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet, Ende 2016 begannen die Bauarbeiten.

Seit Frühjahr 2020 sind alle drei Häuser mit neuem gemeinschaftlichen Leben erfüllt.

Blick auf Ostflügel und Haupthaus im April 2020

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