Mieterstrommodell

Was ist geplant?

Am Standort Eduard-Rosenthal-Straße 70, 70a-j, Weimar soll ein Mieterstromprojekt errichtet werden. Eigentümer des Geländes ist die Wohnprojekt Ro70 eG.

Die Ro70 Genossenschaft hat sich mit Ihrer Gründung zum Ziel gesetzt, das ehemalige Klinikum in der Eduard-Rosenthal-Str. 70 gemeinsam zu erwerben, unter modernen und ökologischen Gesichtspunkten zu sanieren und selbst zu bewohnen. Die Genossenschaftsmitglieder möchten einen attraktiven Lebens- und auch Arbeitsraum für ca. 200 Bewohnerinnen und Bewohner in einem integrativen Mehrgenerationenprojekt schaffen.

Auf dem Dach des Haupthauses der Wohnprojekt Ro70 eG wurde im Sommer 2018 von der Energiegenossenschaft Ilmtal eG eine Stromerzeugungsanlage mit 102 Solarmodulen und knapp 29,58 kWp Nennleistung errichtet.

Die Errichtung der PV-Anlage erfolgte ohne Förderung. In einem 2. Schritt soll nun – mit Förderung durch das Programm Solar Invest des Freistaates Thüringen – der Hausanschluss und die Elektroinstallationsanlage so hergerichtet werden, dass im Haupthaus ein Mieterstrommodell angeboten werden kann.

Wie funktioniert das Ganze und müssen alle mitmachen?

Der erzeugte Sonnenstrom wird beim sogenannten „Mieterstrommodell“ physikalisch von allen 20 Wohneinheiten verbraucht. Denn der erzeugte Strom wird – nachdem er gezählt wurde – direkt auf die Hauptsammelschienen des Zählerschrankes eingespeist, von denen aus jede der Mieterparteien Ihren Strom entnimmt und mit Hilfe eines eigenen Stromzählers abgerechnet bekommt.

Ein großer zentraler Zähler zwischen Hausanschluss und Zählerschrank kontrolliert, wieviel Strom insgesamt in das Haus hinein und aus dem Haus hinaus fließt.

Dadurch dass alle Zähler sogenannte „Smartmeter“ sind und sekundengenau per Internetanbindung ausgelesen werden können, erhält jede Mietpartei die Wahlfreiheit darüber ob Sie mit vor Ort erzeugtem Sonnenstrom beliefert werden möchte.

Wer bei seinem „Altanbieter“ bleiben möchte wird einfach bilanziell über einen sogenannten „virtuellen Zählpunkt“ aus dem Modell herausgerechnet und erhält wie gewohnt die Rechnung vom „Altanbieter“.

Warum Mieterstromprojekt?

Alle Nutzerinnen/Nutzer haben die freie Wahl „grünen“ sauberen Strom direkt vom (eigenen) Dach zu beziehen, oder auch nicht.

Alle Nutzerinnen/Nutzer haben außerdem die Option, sich an der Energiegenossenschaft Ilmtal eG zu beteiligen (Genossenschaftsanteile zeichnen), um neben dem Grünstrombezug auch von den weiteren Aktivitäten und Anlagen der Bürgerenergiegenossenschaft zu profitieren.

Die Betriebskosten für Strom können damit langfristig stabilisiert bzw. gesenkt werden.

Die Solarstromanlage und das Mieterstromprojekt runden das nachhaltige und basisdemokratisch ausgelegte Wohnprojekt ab und bieten die Möglichkeit der gemeinsamen Nutzung erneuerbarer Solarenergie.

Wer ist noch beteiligt?

Der sogenannte „Reststrom“ wird vom Thüringer Landstrom im Verbund der Bürgerwerke geliefert und ist natürlich 100% Ökostrom.

Die professionelle Abrechnung und Kundenbetreuung im Mieterstrommodell übernimmt der Mieterstromspezialist www.prosumergy.de

Und weil die Umsetzung von Mieterstromprojekten immer noch durch hohe bürokratische und finanzielle Hürden behindert wird, konnte das Projekt nur dank einer Förderung von Solar Invest umgesetzt werden.