Bundesweite Fachtagung in Weimar

Am 13. November 2018 fand in Weimar die Fachtagung „Inklusion und Vielfalt im Wohnen“ des Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V. Bundesvereinigung in Kooperation mit der Wohnprojekt Ro70 eG statt.

Bei der Führung über die Baustelle am Vormittag informierte Vorstandsmitglied Thomas Aures ca. 30 Interessierte aus dem gesamten Bundesgebiet über den Stand Wohnprojekts. Daran nahm auch der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium Stefan Zierke teil.

Bei der anschließenden Fachtagung in der Alten Staatsbank in der Steubenstraße diskutierten ca. 100 Teilnehmer über das Thema Inklusion von Menschen mit besonderen Bedürfnissen mittels verschiedener Wohnformen, u.a. in Form von gemeinschaftlichen Wohnprojekten. Nach einer Podiumsdiskussion, bei der die Hamburg Leuchtfeuer Festland gGmbH, die Initiative Wir am Klingenborn Hofheim und das Wohnprojekt Ro70 exemplarisch Herausforderungen und Spezifika bei der Etablierung inklusiver gemeinschaftlicher Wohnformen vorstellten, folgten verschiedene Workshops. Diese behandelten die Themen „Neue Wohnangebote für inklusive Quartiere“ am Beispiel der Spiegelfabrik Fürth und der Stadt Hamburg, „Gemeinschaftliche Wohnformen (auch) für Menschen mit Exklusionsrisiken“ am Beispiel des Wohnprojekts „Tante Huber“ Tübingen und der Workshop „Pflegewohnungen auf Zeit“ mit der Amelie-Sieveking-Stiftung Hamburg. Die Ergebnisse der Diskussionen werden vom Bundesfamilienministerium aufgenommen und fließen in Handlungsempfehlungen für zukünftige politische Strategien ein.

Ein erstes Fazit der Veranstaltung ist, dass gemeinschaftliche Wohnformen in ihrer Vielfalt und vor dem Hintergrund der zukünftigen demographischen Entwicklung einen wichtigen Baustein bilden werden, um Menschen mit besonderen Bedürfnissen aller Alters- und sozialen Gruppen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dezentrale, vielfältige gemeinschaftliche, inklusive Wohnformen sind als starker Gegentrend zu der derzeitigen Form der Institutionalisierung Pflege zu sehen. Um diesen zu stärken und auszubauen, braucht es in Zukunft erhebliche politische Initiative in gesetzgeberischer, administrativer und finanzieller Hinsicht.

Die Fachtagung fand im Rahmen des Modellprojekts „Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben“ des Bundesfamilienministeriums statt. Wir freuen uns, Gastgeber gewesen sein zu dürfen, und danken dem Forum, namentlich Herrn Dr. Bura, Frau Dr. Töllner, Fr. Dr. Reimer, Frau Dr. Ostermann und den übrigen Mitarbeitern des FGW für die Zusammenarbeit. An dieser Stelle auch ein Dankeschön an die vielen fleißigen Helferinnen und Helfer im Wohnprojekt Ro70, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Ein weiteres Fazit der Fachtagung auf der Website des FGW