Richtkrone und Richtspruch – Ein Hoch auf die Ro70!

Der neue Dachstuhl auf dem Haupthaus der Ro70 ist fertig. Das ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf der Baustelle und ein Grund zum Feiern. Am Freitag, 4. Mai luden wir zum Richtfest ein.

Unter der am Kran-Ausleger schwebenden Richtkrone vom neuen Dach des Haupthauses herab hielt Sebastian Obfolter von der Dachdeckerfirma Gruß aus dem Thüringischen Gumperda mit kräftiger Stimme den Richtspruch:

„Diese Gemäuer, so arg neu mag es nicht scheinen,
so um die 85 Jahr wird man meinen.
Nun, zum größten Teil ist dies auch wahr,
ein paar Prothesen hier und da
und schon entsteht ein Prachtstück für Weimar gar.“

Stolz auf das Geleistete war nicht nur ihm, sondern auch allen anderen Bauleuten anzumerken. So sprach der Zimmermann in traditioneller Tracht wohl allen aus dem Herzen mit den Versen:

„Wenn ich so schau, was wir gemacht,
das Herz mir froh im Leibe lacht.
Der Dachstuhl verbunden, verzapft und gebaut
nach gutem alten Handwerksbrauch.“

Und wirklich, er kann sich sehen lassen, der neue Dachstuhl. Duftendes Fichtenholz, computergesteuert vorgefertigt und fachmännisch verbaut zu einem großen, festen, selbsttragenden Dach, das seine Bewohner hoffentlich lange gut behütet vor Regen und Sturm. „So einen mächtigen Dachstuhl werde ich vielleicht nicht nochmal bauen in meinem Berufsleben“, sagt Sebastian Obfolter und freut sich sichtlich darüber, bei diesem Werk dabei gewesen zu sein.

Das traditionelle Einschlagen der langen Nägel durch den Bauherren übernahmen Andrea Klöpfel, Lena Dornaus, Tom Aures und Stephan Hempel. Alle Nägel verschwanden im Nu im Holz, sicher ein gutes Omen für den Fortgang unseres Baus.

Wer den Blick über die Fassaden und Dächer streichen lässt, kann sich nun schon gut vorstellen, dass hier das bunte Leben der Genossenschaft ein gutes gemeinsames Zuhause finden wird. Noch ist dafür viel zu tun. Zur Zeit wird mit Hochdruck vor allem im Westflügel gearbeitet. Haustechnik, Innenputz, Fußböden… der Ausbau geht voran. Noch im Mai beginnen die Arbeiten am Außengelände. Wie immer bei komplexen Baustellen gibt es natürlich auch in der Rosenthal-Straße immer wieder Überraschungen. Das Team um Bauleiter und Architekt Sebastian Stahr muss hier immer wieder kreative Lösungen finden. Dass sich der geplante Einzug ins Jahr 2019 verschieben wird, ist schon abzusehen. „Wir wollen gut bauen und dauerhaft“, wirbt Ro70-Vorstand Michael März um Geduld, „das kostet hier und da auch Zeit, aber das muss es uns wert sein.“

Und weil zum Gut-Arbeiten auch ab und zu ein Dankeschön gehört, schenkten die Helferinnen und Helfer auf dem Richtfest den Bauleuten neben Bratwurst, Salaten und Getränken auch jedem ein breites Lächeln.